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WebServer mit Ubuntuserver - Teil 2: Installation Ubuntu Server

Okay, starten wir mit der Installation des Betriebsystems. Beim ersten Starten der virtuellen Maschine (ihr markiert die Ubuntu Server Maschine im Hauptfenster vom Oracle VM VirtualBox Manager und klickt auf Starten) erscheint ein Auswahldialog, bei dem Ihr das heruntergeladene ISO von UbuntuServer auswählt.

Installation von Ubuntu Server

Im Fenster der virtuellen Maschine wählt ihr im ersten Screen die gewünschte Sprache aus, das sollte in den meisten Fällen dann wohl Deutsch sein. Klickt einfach in das Fenster und navigiert mit den Pfeiltasten auf den Eintrag.

Hinweis:

Eure Maus ist nun "gefangen", das bedeutet, sämtliche Maus- und Tastatureingaben werden nun direkt in die virtuelle Maschine übertragen. Damit ihr wieder zu eurem System (dem sogenannten "Host") wechseln könnt, drückt die rechte STRG-Taste auf eurer Tastatur. Dann erscheint der Mauszeiger und ihr könnt euren PC wieder normal bedienen.

Weiter gehts! Im Hauptmenü wählt ihr logischerweise "Ubuntu Server installieren" aus.

Das Hauptmenü

Ubuntu Server sucht nun eine kurze Zeit nach eventuell schon bestehenden Installationen. Er wird aber nichts finden, da wir die Festplatte ja quasi gerade eben erzeugt haben. Im ersten Installationsdialog wählt ihr nun wieder eure Sprache. Ein kleiner Hinweis zeigt, dass die Übersetzung für deutsch noch nicht komplett abgeschlossen ist. Das macht aber nichts, da die meisten von uns des englischen mächtig sind. :)

Ebenso wählen wir das Gebiet, in dem wir uns befinden und die Tastaturkonfiguration. Die automatische Erkennung, die uns hier angeboten wird, funktioniert in der Regel tadellos. Falls nicht, wählt ihr hier "de:nodeadkeys" aus.

Im nächsten Schritt ermittelt Ubunutu die zur Verfügung stehende Hardware und lädt die entsprechenden Komponenten, die für die Installation gebraucht werden. Nur nicht ungeduldig werden, das kann einige Zeit dauern.

Falls die automatische Netzwerkkommunikation fehlschlägt überprüft im Fenstermenü der virtuellen Maschine unter dem Menüpunkt "Maschine" >> "Ändern" und dann im Punkt "Netzwerk" ob dieses aktiviert ist und die virtuelle Netzwerkkarte am "NAT" angeschlossen ist. Das ist sofern wichtig, da UbuntuServer gleich nach Updates sucht. Sobald die Installation abgeschlossen ist, werden wir die Maschine vom Internet trennen. Dann wird sie nur noch von unserem PC aus über eine IP-Adresse erreichbar sein.

Die Netzwerkkonfiguration

In den nachfolgenden Dialogen ermittelt die Installation den Namen des Rechners, euren Namen, ein Benutzerkontonamen und Passwort. Ihr könnt alles mit der Tastatur eingeben und dann zu den "Weiter" Buttons mit der Tabulatortaste gelangen.

Im nächsten Schritt müssen wir dem Rechner einen Namen geben. Der Standard "ubuntu" ist hier recht passend und kann bedenkenlos übernommen werden.

Da wir hier einen Server einrichten, kann das Betriebssystem im Falle eines Fehlers eine Mail versenden und diese mit eurem Namen versehen. Oder auch bestimmte Programme hinterlassen dann als Urheber euren Namen. Gebt also im nächsten Fenster euren vollständigen Namen ein.

Der Benutzernamen im nächsten Dialog wird dann aus eurem Vornamen generiert. Wollt ihr einen anderen haben, muss dieser zwingend mit einem Kleinbuchstaben beginnen. Wählt so auch eurer Passwort in den nächsten Dialogen.

Verschlüsselung

Nur werden wir gefragt, ob wir unseren persönlichen Ordner verschlüsseln wollen. Da wir uns hier ja aber nur einen lokalen Webserver einrichten, mit dem wir sonst nicht arbeiten, können wir in diesem Falle darauf verzichten. Selbstverständlich könnt ihr dieses Feature auch aktivieren, falls ihr möchtet.

Oha! Der nächste Dialog ist tatsächlich Englisch! Kein Problem, jetzt nicht nervös werden. Ubuntu hat ermittelt, in welcher Zeitzone ihr euch befindet. Diese ist bei mir "Europe/Berlin". Bestätigt diese Auswahl mit "Ja" oder korrigiert diese, indem ihr "Nein" wählt.

Damit ist der erste Teil der Installation abgeschlossen, Ubuntu hat alle Informationen für die Installation gesammelt. Jetzt geht es ans eingemachte.

Festplatte partitionieren und Dateien kopieren

Linux hat es für den Normalbürger immer schwer gemacht, was die Partitionierung von Festplatten bei einer Neuinstallation angeht. UbuntuServer und die Tatsache, dass wir hier in einer virtuellen Maschine mit einer brandneuen Festplatte arbeiten, macht uns die ganze Sache natürlich einfacher.

Partitionierung

Von vorneherein: Wir werden natürlich die erste Option wählen, das geht schnell und reibungslos.

Für die Neugierigen (und damit ihr natürlich auch was lernt):

Die zwei nächsten Optionen beinhalten das sogenannte "LVM" (den Logical Volume Manager). Man kann sich diesen vorstellen zwischen dem eigentlichen Dateisystem (welches der Benutzer sieht) und dem physikalischen Speicherort (der Festplatte). Der LVM bietet die Möglichkeit, mehere Festplatten zu einer Partition zusammenzufassen, die Größe zu verändern und und und. Insgesamt ist dieses Feature für die Server interessant, deren Datenbestand sich ändert und wächst. Für unser Vorhaben also eher weniger interessant. Mehr Informationen findet ihr unter http://wiki.ubuntuusers.de/Logical_Volume_Manager.

Bei der manuellen Option könnt ihr die Größe der primären Festplatte bestimmen, die Größe der Swap-Partition und und und.

Auch das ist hier nicht nötig, da wir ja die gesamte Festplatte verwenden möchten. Wählt also die erste Option.

Ubuntu findet die eine von uns erzeugte Festplatte. Zu erkennen am Typ "8.6 GB ATA VBOX HARDDISK". Bestätigt mit der Entertaste. In der nächsten Auflistung klärt uns Ubuntu über sein Vorhaben auf.

Partitionierung2

Sieht gut aus! Dann mal los: Mit "Ja" bestätigen und ab geht die Post. Jetzt wird das System installiert. In meinem Fall hat das gefühlte 30 Sekunden gedauert.

Für das erste Update der Installation muss Ubuntu auf das Internet zugreifen. Habt ihr einen Proxy, dann müsst ihr diesen im nächsten Dialog angeben. Falls nicht, drückt ihr die Tabulatortaste und auf "Weiter".

Nun wird APT (Advanced Packaging Tool) konfiguriert. Das ist der Paketmanager von Ubuntu, der für die Installation und Updates von Systemkomponenten und Software zuständig ist. Diesen werden wir auch später noch brauchen, um die LAMP-Komponenten (wir erinnern uns, LAMP steht für "Linux", "Apache", "mySQL" und "PHP" (oder eine andere Programmier-/Skriptsprache)) zu installieren.

Wir werden nun gefragt, ob wir automatische Aktualisierungen einspielen wollen. Aus dem Geschäftsleben und Tätigkeit als Administrator weiß ich, dass solche Automatismen nie gut sind. Wir installieren Updates manuell, um bei Problemen gleich eingreifen zu können. Also wählen wir im folgenden Dialog "Keine automatischen Aktualisierungen".

Autoupdate

Nun wird es interessant: Die Softwareauswahl. Und hier steht auch schon das Zauberwort: LAMP Server. Schnell mit den Pfeiltasten dort hin navigieren und mit der Leertaste ein Sternchen "*" setzen. Danach die Tabulatortaste und auf "Weiter" klicken.

LAMP - Serverkomponenten konfigurieren

Die nachfolgenden Dialogen fragen uns nach bestimmten Angaben über die einzelnen Komponenten des LAMP-Servers ab. Den Anfang macht MySQL. Grundsätlich ist es immer gut, ein Passwort für den allmächtigen "root" Benutzer zu vergeben, da der alles darf und alles kann (mitunter auch alles kaputt!). Also wählt hier ein Passwort!

mysql root passwort

Entspannt euch, lehnt euch zurück und schaut dem Ladebalken beim Arbeiten zu (eine beliebte und entspannende Tätigkeit eines Admin). Der MySQL-Server ist fertig eingerichtet!

Der Apache und PHP-Interpreter benötigt im Moment keine weitere Aufmerksamkeit, um diese kümmern wir uns dann später.

Wir wollen ja, dass unser Server nachher auch startet. Dazu benötigen wir einen Bootloader.

grub

Der GRUB-Bootloader ist sozusagen ein kleiner "Dienst" der sich vor dem Hochfahren eines Betriebssystems setzt. Bei einem Betriebssystem bekommt der Benutzer quasi nichts mit, GRUB winkt den Bootprozess automatisch weiter zum Betriebssystem. Bei mehreren Installtationen dann hat der Benutzer dann die Möglichkeit, ein Betriebssystem beim Start des PCs (oder in unserem Fall der virtuellen Maschine) auszuwählen. Einen Bootloader benötigt man aber in jedem Fall. Wir installieren diesen also im Master Boot Record indem wir den Dialog mit "Ja" bestätigen.

Installation abschliessen und Ubuntu das erste mal starten

Abschluss

Wir haben es geschafft! Jetzt nur noch auf "Weiter" und die Installation abschliessen. Die virtuelle Maschine startet neu, wir sehen für 3 Sekunden den Grub-Bootloader und einige Zeit später die Login-Zeile:

Login

Ihr könnt euch nun mit eurem Benutzernamen und Passwort einloggen. Das Passwort wird bei der Eingabe nicht angezeigt, also nicht erschrecken. Wollt ihr das System herunterfahren, könnt ihr das mit dem folgenden Befehl tun:

sudo halt -p

Was dieser Befehl genau bedeutet, werde ich im nächsten Teil ein wenig erläutern.

Im nächsten und letzten Teil gilt es noch folgendes zu tun:

  • Den Webserver Apache konfigurieren
  • Eine rudimentäre Benutzeroberfläche für den Ubuntuserver installieren
  • Die virtuelle Maschine konfigurieren, damit sie vom Host aus erreichbar ist
  • phpMyAdmin für die Bedienung des MySQL-Servers vom Host aus
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